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Kultur Zitate
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"Terrarum dea gentiumque Roma,cui par est nihil et nihil secundum (...)." Martial, Epigramme 12,8,1 "Ich empfinde ganz deutlich, dass die Zeitfrage an dieser Erdenstelle eine ziemlich gleichgültige ist und dass ich nach drei Monaten in Rom mit demselben Gefühl scheiden würde wie in diesem Augenblick." Theodor fontane an Karl Zöllner, 31.Oktober 1874 Friedrich Nietzsche "Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" (1873-76)
"Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor funfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward. Goethe in Rom, 1. November 1786 "Übermorgen werden wir Rom (nach dreiwöchigem Aufenthalt) verlassen. Wir tun es mit dem Gefühl, nur einen Zacken vom Baumkuchen, allerdings wohl die vorstehendste, braunste und schmackhafteste Stelle genossen zu haben. An Fleiss und Eifer haben wir es nicht fehlen lassen, aber der Stoff ist endlos." Theodor fontane an Karl Zöllner, 31.Oktober 1874
"Essen in Rom - also ich gehe am liebsten in jene kleine Osteria Da Ladro (=zum Dieb) in Trastevere. Nicht leicht zu finden, man fragt am besten den einbeinigen Losverkäufer vor San Pietro in Montorio - dort versäume ich es übrigens nie, die "Geisseleung Christi" von Sebastiano del Piombo zu nehmen, die haben da eine einfach einmalige Geisseleung." Herbert Rosendorfer, aus "Rom. Eine Einladung"
"Königlich, Rom, hast du mich empfangen. Marie Luise Kaschnitz
"Beim Dämmerlicht des Mondes schau' ich gerne Friedrich Hebbel, Sonett
"Im altertum wandte das Kapitol sein Gesicht dem Forum zu; von hier aus überschaute der Römer die heiligsten Tempel seiner Stadt, sah er die Paläste seiner Imperatoren in den Himmel ragen, überblickte er das wimmelnde Leben nicht nur des eigentlichen Forums, sondern auch der sich daran anschliessenden Kaiserfora. Wir freilich sehn nur noch Trümmer, die Fleiss und Sorgfalt der Archäologen freigelegt haben, da und dort Säulengruppen überragt, sehn die geborstenen, schattendunkeln Wölbungen der palatinischen Paläste und könnten uns vielleicht von den Proportionen all dieser Bauten nur eine sehr unvollkommene Vorstellung machen, gäben uns nicht einige wenige, noch wohlerhaltene, wie etwa die Triumphbögen des Septimus Severus und des Titus, der Tempel des Antoninus, die schweren, dunklen Gewölbe der Maxentiusbasilika und vor allem das gewaltige Kraterrund des Kolosseums, das unseren Blick begrenzt, gewisse Masstäbe. Das Schmerzliche dieser Trümmerwelt, diese große Wunde, wird durch prächtige Bäume und Büsche, die vor allem von den Höhen des Palatin herübergrüssen, zwar nicht geheilt, doch gelindert; und lindernd wirkt auf unser Gemüt auch der warme farbige Dreiklang des Braunrots der Ziegelbauten, des weissen Marmors und der dunkelgrünen mediterranen Gewächse." Eckart Peterich, "Blick auf Forum und Palatin", aus "Rom; ein Reisebegleiter" "Anderer Orten muß man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt. Wie man geht und steht, zeigt sich ein landschaftliches Bild aller Art und Weise, Paläste und Ruinen, Gärten und Wildnis, Fernen und Engen, Häuschen, Ställe, Triumphbögen und Säulen, oft alles zusammen so nah, daß es auf ein Blatt gebracht werden könnte. Man müßte mit tausend Griffeln schreiben, was soll hier eine Feder! und dann ist man abends müde und erschöpft vom Schauen und Staunen." Goethe in Rom, 7. November 1786 "Je mehr wir sehen desto mehr müssen wir hinzudenken können. Je mehr wir denken, desto mehr müssen wir sehen glauben." G.E. Lessing
"Melozzos Engel sind nicht umsonst die Lieblinge aller derer, die sich vom Auge gern beschenken lassen, aber doch noch lieber im Paradies der Töne weilen. So verständnisvoll wie hier waren noch niemals Instrumente mit Temperamenten verbunden, war noch niemals der Zauber der Musik zu einem optischen Schönheitsfest geworden. Jeder einzelne dieser Himmlischen, die von ihrem bauschigen Gewölk wie von Morgengewölk umweht sind, während die Flamme ihrer Begeisterung aus den Zügen leuchtet und in den Locken aufbraust, deren Nimben dem fern kreisenden Sternenhimmel gleichen, ist für sich allein schon ein Erzengel und ein großer Bote Gottes; jenes Gottes, der in den Menschen den Enthusiasmus erzeugt und sie aus dem Alltäglichen emporreisst." Leo Bruhns, aus "Die Kunst der Stadt Rom" "Überall Sportstätten, Springbrunnen, Marmorbhallen, Tempel, Werkstätten, Schulen ... anmutige Schauspiele aller Art und festliche Wettspiele ohne Zahl." Aelius Aristides, Lobrede über Rom, 156 n. Chr.
"Roma la Santa 1575" (Kupferstich von Giovanni Battista Cavallieri aus dem Heiligen Jahr 1575, dem Kardinal Stanislaus Hosius (1504-1579) gewidmet). Eva-Maria Jung-Ingleiss "Romfahrt durch zwei Jahrtausende" "Selbst im traurigsten Nest lebt sich's besser als hier im wilden Getriebe der Hauptstadt mit ihren tausend Gefahren, den Hauseinstürzen und Bränden ... Die ärmliche Wohnung ist teuer, dia kärgliche Mahlzeit ist teuer und teuer ist es, die Sklaven zu füttern ... Weil es an Schlaf geht, gehen in Rom viele Kranke zugrunde, und die Krankheit kommt von der ... schweren, magenentzündenden Kost ... Allnächtlich rollen die Reisewagen durch enger Gassen Gewinkel, wo Herden sich stauen, und Flüche der Treiber hallen ..." Juvenal über Rom (um 140 n.Chr.)
"In diesem Elend wuchs mir schon ein Kropf Der Bart steht himmelan, es wächst der Schopf Vorn längt sich die Haut, und andererseits Nun wird auch mehr und mehr Drum, Freund, steh du mir bei Michelangelo an Giovanni da Pistoia, zw. 1508-12.
"Als sie der St. Peters-Kirche näherkam, war ihr erster Gedanke, sich vorzustellen, wie es sein würde, wenn auch diese zur Ruine geworden sein würde, ein Gegenstand der Bewunderung für die kommenden Jahrhunderte. Sie dachte sich die jetzt stehenden Säulen halb auf der Erde liegend, den Bogeneingang zertrümmert, das Gewölbe abgedeckt; selbst dann aber noch wird der ägyptische Obelisk über die neuen Ruinen siegen; dieses Volk hat für die irdische Ewigkeit gearbeitet. Endlich brach der Morgen an, und vom Gipfel der St. Peters-Kirche betrachtete Corinna Rom, hingeworfen in die unbebaute Gegend wie eine Oase in den Wüsten Libyens. Öde umgibt es; aber die Menge von Türmen, von Kuppeln, von Obelisken und von Säulen, die es beherrschen, über denen jedoch St. Peter sich wieder erhebt, geben seinem Anblick eine wundervolle Schönheit. Diese Stadt besitzt gleichsam einen eigentümlichen Reiz; man liebt sie gleich einem beseelten Wesen, ihre Gebäude, ihre Ruinen sind Freunde, denen man Lebewohl sagt." Anne Louise Germanie (Baronne de Stäel-Holstein), "Corinna oder italien", 1807 "Wenn man so eine Existenz ansieht, die zweitausend Jahre und darüber alt ist, durch den Wechsel der Zeiten so mannigfaltig und vom Grund aus verändert, und doch noch derselbe Boden, derselbe Berg, ja oft dieselbe Säule und Mauer, und im Volke noch die Spuren des lateinischen Charakters, so wird man ein Mitgenosse der großen Ratschlüsse des Schicksals, und so wird es dem Betrachter von Anfang schwer zu entwickeln, wie Rom auf Rom folgt, und nicht allein das neue auf das alte, sondern die verschiedenen Epochen des alten und neuen selbst aufeinander." Goethe, aus seiner "ltalienischen Reise", erschienen 1816-17 "Rom wollte immer herrschen, und als seine Legionen fielen, sandte es Dogmen in die Provinzen. Wie eine Riesenspinne sass Rom im Mitteipunkte der lateinischen Welt und überzog sie mit einem unendlichen Gewebe. Generationen der Völker lebten darunter ein beruhigtes Leben, indem sie das für einen nahen Himmel hielten, was bloss römisches Gewebe war; nur der höherstrebende Geist, der dieses Gewebe durchschaute, fühlte sich beengt und elend, und wenn er hindurchbrechen wollte, erhaschte ihn leicht die schlaue Weberin und sog ihm das kühne Blut aus dem Herzen." Heinrich Heine, aus "Reisebilder", 1827
"Eine Trattoria am Trastevere eröffnet mir auf der Höhe des Bürgersteigs dieses enge und fröhliche Refugium, dessen ich gerade angesichts meiner Sehnsucht als Exilantin bedarf. Es ist 9 Uhr abends, ein hungriges Volk, noch träge von der Siesta, setzt sich eben erst zu Tisch. Das Hinterzimmer ist ein überdachter Garten, von elektrischem Licht überflutet und mit Fahnen drapiert, in dem es nach Safran und frischem Wein riecht. Die Trattoria füllt sich mit einem animalischen und wohltuenden Geräusch voll von dem Gelächter der Frauen, dem Klingen hart aneinanderstossender Gläser und dem Schreien der Kinder. Denn die römische Farnilie nimmt ihren rührigen Nachwuchs, selbst den Säugling mit, der gestillt wird, während die Mutter gleichzeitig einen Teller Spagetti leert. (... ) Der Wein von Castelli leuchtet in den Glaskaraffen, auf denen, in eine dicke Lackschicht eingelassen, das kleine Kontrollsiegel aus Blei sitzt. Das ist ebenso neu wie der schwere Kuchen, den man mir nach dem gebratenen Fisch serviert; alles ist angenehm für die Augen, für die Hand und für den Gaumen." Sidonie-Gabrielle Colette, aus "Römische lmpressionen in Trastevere", 1915
"In gestaltloser Wucht wie von ungefähr an das Ufer seines Stromes hingegossen, musste Rom zum Staat werden, um sich mitteilen zu können. Mein Wille war es, daß dieser Staat in neue Dimensionen hineinwachsen sollte, daß er zur Weltordnung würde und zur Ordnung aller Dinge. Die Tugenden, die für das bescheidene Leben auf den sieben Hügeln genügten, mußten sich vervieifältigen und verfeinern, um den Bedürfnissen einer Weltherrschaft zu entsprechen. ( ... ) Je mehr es Rom gelingen wird, die Enge seiner steinernen Leiblichkeit zu sprengen, je sicherer winkt ihm aus dem Staatsbegriff, aus dem Bürgersinn, aus dem Rechtsgedanken die Palme der Unsterblichkeit." Marguerite Yourcenar, aus "lch zähmte die Wölfin - Die Erinnerungen des Kausers Hadrian", 1951 "Roma, dicke Mutter, die Brüste doppelt / auf dem Filmplakat, dein Gesicht / ist auf die Baustelle gefallen, / die Lastwagenfahrer karren sich weg / mit ihren verstaubten Trikots ohne Ärmel, / Stein für Stein, den ganzen Schamott./ Roma, du bist nicht meine Mutter, / der Teufel ist auf Rock 'n' Rollschritten / hinter dir her, die Benzinmotoren knattern, / Polizisten schwärmen aus mit weissen Knüppeln. / Der Tag war ein blaues Feuer am Himmel / gewesen, einer Feier des Lichts, unbewegt / über den hellen, hingeschlagenen Säulen, / der Abend treibt Gestalten in die Zimmer, / Schatten, die ausgeglühten Träume, den Alp." Jürgen Theobaldy "Ich liebe die Strassen, die Winkel, die Treppen, die stillen Höfe mit Urnen, Efeu und Laren und die lauten Plätze mit den tollkühnen Lambrettafahrern, ich liebe die kleine hochmütige Kommunistin der Piazza Rotonda, ich liebe die blanke Espressobar." Wolfgang Koeppen, aus dem Roman "Der Tod in Rom"
"Das Rom der Foren, Rom der Tempel Robert Gernhardt, ROMA AETERNA, 1991
"Zwei Becken, eins das andere übersteigend Theodor fontane, "Römische fontane (Borghese)"
"Aufsteigt der Strahl und fallend giesst Conrad Ferdinand Meyer, "Römische Brunnen" "Ich bin recht wohl. Das Wetter ist, wie die Römer sagen, brutto; es geht ein Mittagwind, Scirocco, der täglich mehr oder weniger Regen herbeiführt; ich kann aber diese Witterung nicht unangenehm finden, es ist warm dabei, wie es bei uns im Sommer regnichte Tage nicht sind." Goethe in Rom, 7. November 1786 "Excessere omnes adytis arisque relictis Virgil, Aeneis II, 351/352 |
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