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Kultur  Zitate

"Terrarum dea gentiumque Roma,cui par est nihil et nihil secundum (...)."

Martial, Epigramme 12,8,1

"Ich empfinde ganz deutlich, dass die Zeitfrage an dieser Erdenstelle eine ziemlich gleichgültige ist und dass ich nach drei Monaten in Rom mit demselben Gefühl scheiden würde wie in diesem Augenblick."

Theodor fontane an Karl Zöllner, 31.Oktober 1874


Friedrich Nietzsche "Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben" (1873-76)


Goethe in Rom

"Ja, ich bin endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt! Wenn ich sie in guter Begleitung, angeführt von einem recht verständigen Manne, vor funfzehn Jahren gesehen hätte, wollte ich mich glücklich preisen. Sollte ich sie aber allein, mit eignen Augen sehen und besuchen, so ist es gut, daß mir diese Freude so spät zuteil ward.
Über das Tiroler Gebirg bin ich gleichsam weggezogen. Verona, Vicenz, Padua, Venedig habe ich gut, Ferrara, Cento, Bologna flüchtig und Florenz kaum gesehen. Die Begierde, nach Rom zu kommen, war so groß, wuchs so sehr mit jedem Augenblicke, daß kein Bleiben mehr war, und ich mich nur drei Stunden in Florenz aufhielt. Nun bin ich hier und ruhig und, wie es scheint, auf mein ganzes Leben beruhigt. Denn es geht, man darf wohl sagen, ein neues Leben an, wenn man das Ganze mit Augen sieht, das man teilweise in- und auswendig kennt. Alle Träume meiner Jugend seh' ich nun lebendig; die ersten Kupferbilder, deren ich mich erinnere (mein Vater hatte die Prospekte von Rom auf einem Vorsaale aufgehängt), seh' ich nun in Wahrheit, und alles, was ich in Gemälden und Zeichnungen, Kupfern und Holzschnitten, in Gips und Kork schon lange gekannt, steht nun beisammen vor mir; wohin ich gehe, finde ich eine Bekanntschaft in einer neuen Welt; es ist alles, wie ich mir's dachte, und alles neu. Ebenso kann ich von meinen Beobachtungen, von meinen Ideen sagen. Ich habe keinen ganz neuen Gedanken gehabt, nichts ganz fremd gefunden, aber die alten sind so bestimmt, so lebendig, so zusammenhängend geworden, daß sie für neu gelten können."


Goethe in Rom, 1. November 1786


"Übermorgen werden wir Rom (nach dreiwöchigem Aufenthalt) verlassen. Wir tun es mit dem Gefühl, nur einen Zacken vom Baumkuchen, allerdings wohl die vorstehendste, braunste und schmackhafteste Stelle genossen zu haben. An Fleiss und Eifer haben wir es nicht fehlen lassen, aber der Stoff ist endlos."


Theodor fontane an Karl Zöllner, 31.Oktober 1874


 
Pastasciuttaro

"Essen in Rom - also ich gehe am liebsten in jene kleine Osteria Da Ladro (=zum Dieb) in Trastevere. Nicht leicht zu finden, man fragt am besten den einbeinigen Losverkäufer vor San Pietro in Montorio - dort versäume ich es übrigens nie, die "Geisseleung Christi" von Sebastiano del Piombo zu nehmen, die haben da eine einfach einmalige Geisseleung."


Herbert Rosendorfer, aus "Rom. Eine Einladung"


 

 
Die fonte Paola im 17.Jhd.

"Königlich, Rom, hast du mich empfangen.
Ob ich von Norden zu dir aus der dunkleren Heimat
sehnsüchtig drängte oder aus reifenden Gärten
ferner hesperischer Täler gesättigt mich wandte:
herrlich umfing mich, vom Fluge der Wolken beschattet,
golden und schwarz die Campagna, und in der Ferne
hob sich dein ewiger Umriss vom feurigen Himmel.
Stolz war ich oftmals, dass du dich zur Heimat erboten.
Wie des gefährlichen Ursprungs der Sohn des Gebirges
immer sich freuet, ermass ich den Abgrund der Zeiten
daraus die betäubenden Nebel sich drohend erheben,
Urgeister auch und ein lockend gefährlicher Schwindel.
Träumend verweilt ich, und gleich deinen eigenen Kindern
pflückt ich die Frucht deiner Gärten, nicht achtend, dass tiefer,
tief in der Erde die Wurzeln des Schädel zerpresst.


Marie Luise Kaschnitz


 
Die Trajansforen by night

"Beim Dämmerlicht des Mondes schau' ich gerne
der grauen Weltstadt bröckelnde Ruinen
die uns als Maß für ihre Grösse dienen,
woran der Mensch sich selber messen lerne.

Denn dieses Licht,
das einem trüben Sterne
entfließt, hat ihre Schlachten nie beschienen,
nur die Gefallenen mit den ehernen Mienen,
umstanden von des Heeres bestem Kerne.

Jetzt trägt sie selbst, wie die, den Todesstempel,
drum ziemt sichs, dass dasselbe Licht ihr leuchte,
dann träumt vielleicht ein Dichter, dass die Sonnen
erlöschen, wie Paläste hier und Tempel
zusamrnenstürzen, und der oft verscheuchte
Vernichtungsengel jetzt den Sieg gewonnen."


Friedrich Hebbel, Sonett


 
Das Forum Romanum gen Kolosseum, Stich von Piranesi (18.Jhd.)

"Im altertum wandte das Kapitol sein Gesicht dem Forum zu; von hier aus überschaute der Römer die heiligsten Tempel seiner Stadt, sah er die Paläste seiner Imperatoren in den Himmel ragen, überblickte er das wimmelnde Leben nicht nur des eigentlichen Forums, sondern auch der sich daran anschliessenden Kaiserfora. Wir freilich sehn nur noch Trümmer, die Fleiss und Sorgfalt der Archäologen freigelegt haben, da und dort Säulengruppen überragt, sehn die geborstenen, schattendunkeln Wölbungen der palatinischen Paläste und könnten uns vielleicht von den Proportionen all dieser Bauten nur eine sehr unvollkommene Vorstellung machen, gäben uns nicht einige wenige, noch wohlerhaltene, wie etwa die Triumphbögen des Septimus Severus und des Titus, der Tempel des Antoninus, die schweren, dunklen Gewölbe der Maxentiusbasilika und vor allem das gewaltige Kraterrund des Kolosseums, das unseren Blick begrenzt, gewisse Masstäbe. Das Schmerzliche dieser Trümmerwelt, diese große Wunde, wird durch prächtige Bäume und Büsche, die vor allem von den Höhen des Palatin herübergrüssen, zwar nicht geheilt, doch gelindert; und lindernd wirkt auf unser Gemüt auch der warme farbige Dreiklang des Braunrots der Ziegelbauten, des weissen Marmors und der dunkelgrünen mediterranen Gewächse."


Eckart Peterich, "Blick auf Forum und Palatin", aus "Rom; ein Reisebegleiter"


 

"Anderer Orten muß man das Bedeutende aufsuchen, hier werden wir davon überdrängt und überfüllt. Wie man geht und steht, zeigt sich ein landschaftliches Bild aller Art und Weise, Paläste und Ruinen, Gärten und Wildnis, Fernen und Engen, Häuschen, Ställe, Triumphbögen und Säulen, oft alles zusammen so nah, daß es auf ein Blatt gebracht werden könnte. Man müßte mit tausend Griffeln schreiben, was soll hier eine Feder! und dann ist man abends müde und erschöpft vom Schauen und Staunen."


Goethe in Rom, 7. November 1786


 

"Je mehr wir sehen desto mehr müssen wir hinzudenken können. Je mehr wir denken, desto mehr müssen wir sehen glauben."                                                                 G.E. Lessing


 

 
Michelozzos Engel

"Melozzos Engel sind nicht umsonst die Lieblinge aller derer, die sich vom Auge gern beschenken lassen, aber doch noch lieber im Paradies der Töne weilen. So verständnisvoll wie hier waren noch niemals Instrumente mit Temperamenten verbunden, war noch niemals der Zauber der Musik zu einem optischen Schönheitsfest geworden. Jeder einzelne dieser Himmlischen, die von ihrem bauschigen Gewölk wie von Morgengewölk umweht sind, während die Flamme ihrer Begeisterung aus den Zügen leuchtet und in den Locken aufbraust, deren Nimben dem fern kreisenden Sternenhimmel gleichen, ist für sich allein schon ein Erzengel und ein großer Bote Gottes; jenes Gottes, der in den Menschen den Enthusiasmus erzeugt und sie aus dem Alltäglichen emporreisst."


Leo Bruhns, aus "Die Kunst der Stadt Rom"


  

"Überall Sportstätten, Springbrunnen, Marmorbhallen, Tempel, Werkstätten, Schulen ... anmutige Schauspiele aller Art und festliche Wettspiele ohne Zahl."


Aelius Aristides, Lobrede über Rom, 156 n. Chr.


 
"Roma la Santa"

"Roma la Santa 1575" (Kupferstich von Giovanni Battista Cavallieri aus dem Heiligen Jahr 1575, dem Kardinal Stanislaus Hosius (1504-1579) gewidmet).
"Rom steht in der Mitte als personifizierte Heilige als Sancta Roma. In der einen Hand trägt sie Kelch und Hostie, in der anderen ein Stilkreuz, und mit den Füssen zertritt sie die Symbole des Aberglaubens und des Heidentums. In zwölf kleinen Szenenbildern werden alle ihre guten Werke gezeigt, denn Rom ist das Vorbild aller Tugenden: sie tröstet die Betrübten, gibt Almosen den Armen, predigt die Wahrheit, sie fastet und betet und büsst, sie ist die Lehrmeisterin der Demut und das Vorbild der Frömmigkeit, sie ist die Befreierin der Gefangenen, die Pflegerin der Kranken, sie bewirtet die Pilger und speist die Armen. Rings um diese Szenenbilder fliesst als Rahmen ein Fluss, der aus sieben Strömen, die vom Heiligen Geist ausgehen, besteht. Darüber schwebt Gottvater in den Wolken. Im Rahmen sind die Psalmenworte (46,5) geschrieben: ,Des Stromes Arme erfreuen die Gottesstadt, er heiligt die Wohnung des Höchsten". Und hoch oben stehen die Worte von Psalm 65,12: "Du krönest das Jahr mit dem Kranz deiner Güte". An den vier Ecken des Bildes sind die vier Erzbasiliken dargestellt (St. Peter noch ohne Kuppel), zu denen ein langer Strom von Pilgern in Kutten und mit Fackeln paarweise zieht."


Eva-Maria Jung-Ingleiss "Romfahrt durch zwei Jahrtausende"


 

"Selbst im traurigsten Nest lebt sich's besser als hier im wilden Getriebe der Hauptstadt mit ihren tausend Gefahren, den Hauseinstürzen und Bränden ... Die ärmliche Wohnung ist teuer, dia kärgliche Mahlzeit ist teuer und teuer ist es, die Sklaven zu füttern ... Weil es an Schlaf geht, gehen in Rom viele Kranke zugrunde, und die Krankheit kommt von der ... schweren, magenentzündenden Kost ... Allnächtlich rollen die Reisewagen durch enger Gassen Gewinkel, wo Herden sich stauen, und Flüche der Treiber hallen ..."


Juvenal über Rom (um 140 n.Chr.)


 

 
Die sixtinische Kapelle vor Michelangelo Die sixtinische Kapelle nach Michelangelo

"In diesem Elend wuchs mir schon ein Kropf
So wie den Katzen im Lombardenreich
Vom Wasser, oder wo auch sonst noch gleich,
So dass der Bauch zu haften scheint am Kopf.

Der Bart steht himmelan, es wächst der Schopf
Am Buckel fest, die Brust Harpyien gleich,
Mein Pinsel, abwärts träufelnd, farbenreich,
Bemalt mit Mosaik mich armer Tropf.
Die Niere presst sich in die Brust; das Kreuz
Drück' ich heraus, im Gleichgewicht zu stehn,
Der Fuss, den nicht das Auge lenkt, geht quer.

Vorn längt sich die Haut, und andererseits
Kürzt sie im Rücken sich vom Einwärtsdrehn,
Gekrümmt wie'n Syrerbogen atm' ich schwer.

Nun wird auch mehr und mehr
Mein Urteil schief, im schiefen Haupt erzeugt;
Aus krummem Rohr schiesst fehl in allzuleicht.

Drum, Freund, steh du mir bei
Und sag der Welt, dass ich kein Maler sei,
Und nicht am rechten Platz; das sage frei."


Michelangelo an Giovanni da Pistoia, zw. 1508-12.


 

 
S.Peter im Jahre 1588 (Fresko im Vatikan)

"Als sie der St. Peters-Kirche näherkam, war ihr erster Gedanke, sich vorzustellen, wie es sein würde, wenn auch diese zur Ruine geworden sein würde, ein Gegenstand der Bewunderung für die kommenden Jahrhunderte. Sie dachte sich die jetzt stehenden Säulen halb auf der Erde liegend, den Bogeneingang zertrümmert, das Gewölbe abgedeckt; selbst dann aber noch wird der ägyptische Obelisk über die neuen Ruinen siegen; dieses Volk hat für die irdische Ewigkeit gearbeitet. Endlich brach der Morgen an, und vom Gipfel der St. Peters-Kirche betrachtete Corinna Rom, hingeworfen in die unbebaute Gegend wie eine Oase in den Wüsten Libyens. Öde umgibt es; aber die Menge von Türmen, von Kuppeln, von Obelisken und von Säulen, die es beherrschen, über denen jedoch St. Peter sich wieder erhebt, geben seinem Anblick eine wundervolle Schönheit. Diese Stadt besitzt gleichsam einen eigentümlichen Reiz; man liebt sie gleich einem beseelten Wesen, ihre Gebäude, ihre Ruinen sind Freunde, denen man Lebewohl sagt."


Anne Louise Germanie (Baronne de Stäel-Holstein), "Corinna oder italien", 1807


  

"Wenn man so eine Existenz ansieht, die zweitausend Jahre und darüber alt ist, durch den Wechsel der Zeiten so mannigfaltig und vom Grund aus verändert, und doch noch derselbe Boden, derselbe Berg, ja oft dieselbe Säule und Mauer, und im Volke noch die Spuren des lateinischen Charakters, so wird man ein Mitgenosse der großen Ratschlüsse des Schicksals, und so wird es dem Betrachter von Anfang schwer zu entwickeln, wie Rom auf Rom folgt, und nicht allein das neue auf das alte, sondern die verschiedenen Epochen des alten und neuen selbst aufeinander."


Goethe, aus seiner "ltalienischen Reise", erschienen 1816-17


 

"Rom wollte immer herrschen, und als seine Legionen fielen, sandte es Dogmen in die Provinzen. Wie eine Riesenspinne sass Rom im Mitteipunkte der lateinischen Welt und überzog sie mit einem unendlichen Gewebe. Generationen der Völker lebten darunter ein beruhigtes Leben, indem sie das für einen nahen Himmel hielten, was bloss römisches Gewebe war; nur der höherstrebende Geist, der dieses Gewebe durchschaute, fühlte sich beengt und elend, und wenn er hindurchbrechen wollte, erhaschte ihn leicht die schlaue Weberin und sog ihm das kühne Blut aus dem Herzen."


Heinrich Heine, aus "Reisebilder", 1827


 
"Osteria Romana"

"Eine Trattoria am Trastevere eröffnet mir auf der Höhe des Bürgersteigs dieses enge und fröhliche Refugium, dessen ich gerade angesichts meiner Sehnsucht als Exilantin bedarf. Es ist 9 Uhr abends, ein hungriges Volk, noch träge von der Siesta, setzt sich eben erst zu Tisch. Das Hinterzimmer ist ein überdachter Garten, von elektrischem Licht überflutet und mit Fahnen drapiert, in dem es nach Safran und frischem Wein riecht. Die Trattoria füllt sich mit einem animalischen und wohltuenden Geräusch voll von dem Gelächter der Frauen, dem Klingen hart aneinanderstossender Gläser und dem Schreien der Kinder. Denn die römische Farnilie nimmt ihren rührigen Nachwuchs, selbst den Säugling mit, der gestillt wird, während die Mutter gleichzeitig einen Teller Spagetti leert. (... ) Der Wein von Castelli leuchtet in den Glaskaraffen, auf denen, in eine dicke Lackschicht eingelassen, das kleine Kontrollsiegel aus Blei sitzt. Das ist ebenso neu wie der schwere Kuchen, den man mir nach dem gebratenen Fisch serviert; alles ist angenehm für die Augen, für die Hand und für den Gaumen."


Sidonie-Gabrielle Colette, aus "Römische lmpressionen in Trastevere", 1915


  
Rom im 8.Jhd. v. Chr. (Palatin)

"In gestaltloser Wucht wie von ungefähr an das Ufer seines Stromes hingegossen, musste Rom zum Staat werden, um sich mitteilen zu können. Mein Wille war es, daß dieser Staat in neue Dimensionen hineinwachsen sollte, daß er zur Weltordnung würde und zur Ordnung aller Dinge. Die Tugenden, die für das bescheidene Leben auf den sieben Hügeln genügten, mußten sich vervieifältigen und verfeinern, um den Bedürfnissen einer Weltherrschaft zu entsprechen. ( ... ) Je mehr es Rom gelingen wird, die Enge seiner steinernen Leiblichkeit zu sprengen, je sicherer winkt ihm aus dem Staatsbegriff, aus dem Bürgersinn, aus dem Rechtsgedanken die Palme der Unsterblichkeit."


Marguerite Yourcenar, aus "lch zähmte die Wölfin - Die Erinnerungen des Kausers Hadrian", 1951


  

"Roma, dicke Mutter, die Brüste doppelt / auf dem Filmplakat, dein Gesicht / ist auf die Baustelle gefallen, / die Lastwagenfahrer karren sich weg / mit ihren verstaubten Trikots ohne Ärmel, / Stein für Stein, den ganzen Schamott./ Roma, du bist nicht meine Mutter, / der Teufel ist auf Rock 'n' Rollschritten / hinter dir her, die Benzinmotoren knattern, / Polizisten schwärmen aus mit weissen Knüppeln. / Der Tag war ein blaues Feuer am Himmel / gewesen, einer Feier des Lichts, unbewegt / über den hellen, hingeschlagenen Säulen, / der Abend treibt Gestalten in die Zimmer, / Schatten, die ausgeglühten Träume, den Alp."


Jürgen Theobaldy


 

"Ich liebe die Strassen, die Winkel, die Treppen, die stillen Höfe mit Urnen, Efeu und Laren und die lauten Plätze mit den tollkühnen Lambrettafahrern, ich liebe die kleine hochmütige Kommunistin der Piazza Rotonda, ich liebe die blanke Espressobar."


Wolfgang Koeppen, aus dem Roman "Der Tod in Rom"


  

  
Die Foren gen Kapitol (Foto aus den 1930er J.)

"Das Rom der Foren, Rom der Tempel
Das Rom der Kirchen, Rom der Villen
Das laute Rom und das der stillen
Entlegenen Plätze, wo der Stempel

Verblichner Macht noch an Palästen
Von altem Prunk erzählt und Schrecken
Indes aus moosbegrünten Becken
Des Wassers Spiegel allem Festen

Den Wandel vorhält. So viel Städte
In einer einzigen. Als hätte
Ein Gott sonst sehr verstreuten Glanz

Hierhergelenkt, um alles Scheinen
Zu steingewordenem Sein zu einen:
Rom hat viel alte Bausubstanz."


Robert Gernhardt, ROMA AETERNA, 1991


   
Piazza Navona und ihre Brunnen

"Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,

dem leise redenden entgegenschweigend
und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,
ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend
wie einen unbekannten Gegenstand;

sich selber ruhig in der schönen Schale
verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,
nur manchmai träumerisch und tropfenweise
sich niederlassend an den Moosbehängen
zum letzten Spiegel, der sein Becken leis
von unten lächeln macht mit Übergängen."


Theodor fontane, "Römische fontane (Borghese)"


 
Der Foro Boario mit Brunnen und Vestatempel

"Aufsteigt der Strahl und fallend giesst
er voll der Marmorschale Rund,
die, sich verschleiernd, überfließt
in einer zweiten Schale Grund.
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
der dritten wallend ihre Flut,
und jede nimmt und gibt zugleich
und strömt und ruht ..."


Conrad Ferdinand Meyer, "Römische Brunnen"


 

"Ich bin recht wohl. Das Wetter ist, wie die Römer sagen, brutto; es geht ein Mittagwind, Scirocco, der täglich mehr oder weniger Regen herbeiführt; ich kann aber diese Witterung nicht unangenehm finden, es ist warm dabei, wie es bei uns im Sommer regnichte Tage nicht sind."


Goethe in Rom, 7. November 1786


 

"Excessere omnes adytis arisque relictis
di, quibus imperium hoc steterat!"


Virgil, Aeneis II, 351/352


 
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