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Villenkultur in Tivoli

Die kleine Ortschaft liegt ungefähr 30km östlich von Rom, entlang der Via Tiburtina. Die Straße führte in der Antike nach 'Tibur', dem heutigen Tivoli.

Seit 2 Jahrtausenden ist Tivoli ein beliebter Ort für die Sommerfrische. Schon die antiken Senatoren bauten Ihre Villenanlagen auf den Hängen der tiburtinischen Hügeln. Ippolito d'Este, ein Kardinal aus Ferrara, machte es ihnen gleich. Er baute im 16.Jhdt. seine Villa mit dem phänomenalen Garten, in denen hunderte an Brunnen Wasser speien.

Der Neptunbrunnen, Villa d'Este
Tivoli - Villa d'Este
Map East Latuim

click click Villa Adriana - Kaiser Hadrians Traumstadt
click click Villa d'Este - Ein frühbarockes Wassertheater

Beide Villen- und Gartenbauten haben ein hohen Stellenwert in der Entwicklung der Gartenkunst. Die Hadriansvilla (2.Jhdt.) wird das Vorbild vieler barocker Gartenanlagen. Die Villa d'Este ist richtungweisend für die Entwicklung der Gärten in der Tuscia (im Nordlatium).


Villa Adriana (bei Tivoli)

Villa Adriana Die Hadriansvilla bei Tivoli liegt auf einem tief gelegenen Plateau zu Füßen der Tiburtiner Berge. Sie wurde im 2.Jhdt. von Kaiser Hadrian in Auftrag gegeben. Wie weit sich die Villa wirklich erstreckte, ist uns nicht bekannt. Sie umfasste wahrscheinlich 120 Hektar an bebautem Gebiet und Grünflächen. In der Nähe befanden sich die schwefelhaltigen Heilquellen der Acqua Albule, die auch heute in den Thermenbädern von Tivoli genutzt werden.
Hadriansvilla Das heute zugängliche Gebiet von 40 Hektar zeigt uns eine bestens gegliederte Anlage von Gebäuden, Pavillons, Gärten und Nymphäen, die auf verschiedenen Achsen abgelegt sind. Wahrscheilich hat Kaiser Hadrian an der Planung selbst beigetragen.
Buchtipp - Marguerite Yourcenar, 'Ich zähmte die Wölfin'.

Kaiser Hadrian, Büste

Hadrian und Antinoo

Der Kaiser reiste viel in sein Reich herum. Sein ständiger Begleiter war der Jüngling Antinoo. In Ägypten kam Antinoo unter mysteriösen Umständen ums Leben.

In Erinnerung an die schönen Stunden, die der Kaiser mit seinem Lieblingsknaben verbracht hatte, ließ er in seiner Villa die Miniaturen vieler Gebäude und Landschaften nachbauen, die er mit Antinoo besucht hatte.

Antinoo
Publius Aelius Hadrianus Antinoo

Der Canopos

Villa Adriana, Canopos

Der Canopos liegt in ein schmales, zum Teil künstlich angelegtes Tal. Das Wasserbecken (119 x 18m) erinnert an den Kanal von Canopos, der die ägyptische Stadt am Nildelta mit Alexandrien verband.

Antinoo verlor sein Leben in Canopos. Der bestürzte Kaiser ließ als ewige Andacht ein Modell des Kanals in Tivoli nachmachen.

Die sog. Inselvilla ist eines der bekanntesten Bauten der Hadriansvilla. Es handelte sich um eine kleine Residenz innerhalb des kaiserlichen Wohnsitzes. Daran schlossen Gärten, Bibliotheken und Thermen. Es war der vom Kaiser bevorzugte Ort, wo er sich im wörtlichen Sinne zurückzog. Eine Zugbrücke und ein runder Wasserkanal schlossen die Inselvilla von der Außenwelt ab. Teatro Marittimo, Villa Adriana, Tivoli Die Inselvilla
('Teatro Marittimo')


Hadriansvilla, Heliocaminus

Heliocaminus

Der Heliocaminus war Teil einer kleinen Thermenanlage, die zu der frühesten Bauphase gehören.

Hadriansvilla, Heliocaminus, Rekonstruktion
Der runde Saal war südseitig ausgerichtet, mit großen Fenstern für den Sonneneinfall. Neue Studien gehen davon aus, daß dieser Raum als Schwitzbad genutzt wurde; darunter befinden sich Feuerbecken zur Erzeugung der Wasserdämpfe in der Sudatio.
In der Nähe gibt es intakte Mosaikfußböden:
Mosaikboden in den Hospitalia Mosaikboden in den Hospitalia Mosaikboden in den Hospitalia Mosaikboden in den Hospitalia Mosaikboden in den Hospitalia Mosaikboden in den Hospitalia

Villa d'Este

Villa d'Este, Brunnen

Die Villa d'Este ist ein Hauptwerk der italienischen Gartenkunst und gilt als Vorbild für viele Gärten im Zeitalter des Manierismus und Barock. Die erstaunliche Anzahl von Brunnen, Nymphäen, Wasserspielen und -orgeln machen die Anlage einem Wundergarten gleich.

Villa d'Este, Brunnen
Der Kardinal Ippolito II. d'Este (1509-72), Sohn der Lucrezia Borgia, ließ in der Villa den Prunk der Höfe von Ferrara, Rom und Fontainebleau wieder aufleben. Seit 1550 Statthalter von Tivoli, liebäugelte er wohl sogleich mit der Idee, einen Garten im abschüssigen Hang unterhalb seines Palastes zu bauen.

Villa d'Este, Fresko 16.Jhdt. Das Tal wurde einer radikalen Baukur unterzogen. Man vergrößerte es um das doppelte und räumte Häuser, Kirchen, Weinhaine und Wälder ab, um eine längsachsiale Ausrichtung zu erzwingen. Die imposanten Fundamente und die übereinander gebauten Terrassen lassen an die hängenden Gärten der Semiramis von Babylon denken, eines der sieben Weltwunder der Antike.
Der Stich von Etienne Duperac 1573 zeigt uns deutlich die Gartenanlage: Der Hanggarten ist nordöstlich über ein System von Terrassen, Rampen und Treppen steil in den Berg eingefügt. Die durch Nischenarchitektur markierte Mittelachse führt von der oberen Palastterrasse hinab zu dem Hauptgarten. Hier verwandelt sich die offene Hauptallee in einen geschlossenen Laubengang, der auf halbem Weg von einem weiteren Laubengang gekreuzt wird. Stich von Etienne Duperac 1573

Fresko Orgelbrunnen Der Orgelbrunnnen

Die Wasserorgel

Quer zur Hauptachse, die den Hanggarten mit der Villa verbindet, sollten hintereinander gestaffelte Fischteiche, von denen drei ausgeführt wurden, den Beginn der Hangschräge markieren. Das letzte Becken schneidet in den nordwestlichen Hang ein und wird von einer Doppelterrasse abgeschlossen, über der sich die imposante Schauarchitektur der Wasserorgel erhebt.

Die Villa d'Este hat einen hohen Stellenwert in der Entwicklung der Gartenkunst, v.a. für die Gärten in der Tuscia (im Nordlatium). Hier mehr dazu  


 
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