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Kultur    römische Impressionen    Trevibrunnen
Der Trevibrunnen

Brunnen von oben

Der Trevibrunnen in Rom (Fontana di Trevi) ist -wie so vieles in Rom- ein Gesamtkunstwerk im Freien. Heute gilt er als beliebter Treffpunkt für Römer und Touristen. Der amerikanische Romancier Hawthorne hat das Leben und Treiben um den Trevibrunnen 1858 so beschrieben:

"Untertags kann man sich in ganz Rom kaum einen belebteren Platz vorstellen als die Gegend um den Trevi-Brunnen; denn die Piazza quillt dann über von den Ständen der Gemüse- und Obsthändler, Kastanienröster, Zigarrenverkäufer und anderer fliegender Händler, die hier im Freien ihre kleinen Geschäfte betreiben. Auch Müßiggänger drängen sich hier, die sich über die Einfassung aus Eisen lümmeln, sowie 'forestieri' (Fremde), die hierherkommen, um sich den berühmten Trevibrunnen anzusehen. Dazu kommen Männer mit Eimern, kleine Bengel mit Kannen und junge Mädchen, die Krüge auf dem Kopf tragen. Denn das Trevi-Wasser ist weit und breit begehrt; es gilt als die erfrischendste Linderung für fiebrige Lippen, als die köstlichste Flüssigkeit, um den Wein zu mischen, und in seiner unverdorbenen Reinheit als das heilsamste Getränk, das es überhaupt gibt."

Plebejerin mit Wasserkanne Der Vorläufer des Trevibrunnen stammt schon aus augustäischer Zeit (1.Jhdt. v. Chr.). Hier endete die dafür errichtete Wasserleitung der "Acqua Virgo", des jungfräulichen Wassers, die vom Osten kommend (ca. 20 km von Rom) in die Thermen des Agrippa neben dem Pantheon endete. Der Brunnen diente vermutlich schon in der Antike als Schöpfbrunnen.
Hier erfahren Sie eine Einführung in die Komplexität des Gesamtkunstwerkes Trevibrunnen.

Trevibrunnen, Zg. von G.B.Falda, spätes 17.Jhdt. Daneben SS. Vincenzo et Anastasio Der heutige Brunnen geht auf einem Auftrag des baufreudigen Klemens XII. Corsini zurück. Davor stand noch der Vorgängerbau aus der Zeit des Urban VIII. Barberini. Dieser habe, so erzählt man, den Wein hoch besteuert, um die Fontana di Trevi ausbauen zu lassen. Daraufhin wären die Römer nur mit Wasser getränkt worden, weil der Wein zu teuer wurde.
Tatsache ist, daß noch heute der Wein in den anliegenden Gaststätten extrem teuer ist. Tourismuswahn oder Volkslegende?

Nicola Salvi erfüllte den päpstlichen Auftrag zwischen 1732 und 1751 mit der 20 m breiten und 26 m hohen, meisterhaft gestalteten hochbarocken Brunnenanlage, die sich an den Palast der Herzöge von Poli anlehnt. Es entstand eine barocke Opernszene, die noch heute die rauschenden Wasser wie ein Orchester begleitet. Fontana di Trevi, um 1750 (Zg. von Giuseppe Vasi)
Wir zeigen Ihnen hier nur die allerwichtigste Ikonographie. Wenn Sie den historischen Zusammenhang erfahren möchten, müßten Sie an eine unserer Stadtführungen teilnehmen.

    A) Agrippa veranlaßt 19.v.Chr. den Bau der Wasserleitung
    B) Die Jungfrau zeigt einem Soldaten die Quelle
    C) Stifterinschrift f. Klemens XII. und Tugenden
    D) Neptun als Triumphierender Gott
    E) Abundantia (= Fruchtbarkeit)
    F) Salubritas (="Wellness")
    G) Unbeständiges Meer mit Mischwesen
    H) Ruhiges Meer mit Mischwesen
    L) Palazzo der Herzöge von Poli
Trevibrunnen mit Erklärungen

Der Trevibrunnen in Rom
Der trevibrunnen um 1925 Neptun (Ozean)
Trevibrunnen (um 1928) Neptun von 1762 (P.Bracci) Trevihorror 2003

 
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