|
|
|
|
|||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
||
Kultur römische Impressionen Piazza Navona
|
|||||||||
|
Die Piazza Navona in Rom ist ein Gesamtkunstwerk im Freien. Die Geschichte des Platzes ist zweitausend Jahre alt - und jede Epoche kann nachvollzogen werden. Hier findet man Zeugnisse aus Antike, Mittelalter und Neuzeit (Renaissance und Barock). Ein gezielter Besuch dieses atemberaubenden Platzes kann auch Stunden beanspruchen. Wir möchten hier die Piazza Navona kurz skizzieren. Damit Sie wissen, was in Rom alles auf Sie zukommen wird - oder was Sie versäumt haben! Ein virtueller Stadtrundgang zur Piazza Navona. |
| Wir empfehlen einen chronologischen Zugang, der dem historischen Werdegang des Platzes gerecht wird. Am besten ist es, wenn man sich dem Platz von der Piazza delle Cinque Lune nähert. Nur von dort ist ein geschichtlicher Querschnitt nachvollziehbar. |
|
Die Piazza Navona liegt in der Tiberniederung, am Fuße der Hügel Quirinal, Esquilin und Kapitol. Der Tiber verlief bis zu Augustus Zeiten (kurz vor Christi) ohne einen festen Lauf. Nur der Truppenübungsplatz (das Marsfeld) war für Aufmärsche und Paraden vorgesehen, der Rest war den Überschwemmungen ausgeliefert. |
|
| Da als Stadium gedacht, fehlte auch die Spina um die die Quadrigen rannten, und die Carceres, die Startblocks der Pferde. Der Obelisk, der heute den Platz schmückt, ist irreführend: früher war das Areal völlig leer, die Musiker und Turner konnten sich frei bewegen. Der eigentliche Name müßte demnach "Stadium des Domitian" sein. |
|
Das Mittelalter und die Renaissance haben die achsiale Längsausrichtung integriert. Die Fundamente der Häuser folgen den antiken Tribunen. So wurde eine städtebauliche Kontinuität garantiert, die bei ersten Blickfang sofort auffällt. Die Häuserreihen säumen das antike Stadion, wie einst die abgestufeten Zuschauerrampen. |
| Die Barockzeit brachte große Umwälzungen. Innozenz X. Pamphilj ließ sich hier 1644-50 seinen Familienpalast und die Hauskirche bauen, als Geschenk an seine Schwägerin Donna Olimpia Maidalchini gedacht. Wegen des schädlichen Einflusses auf den Papst, wurde sie vom Volk "Papessa" - die Päpstin- genannt. Der beauftragte Architekt Borromini ließ auch die Wasserleitung der Acqua Virgo vom Trevibrunnen zur Piazza Navona verlängert. So bekam der Platz neue Brunnen. |
|
|
Gian Lorenzo Bernini schuf im Jahre 1648 - 51 einen der schönsten Brunnen des Barocks: der Vierströmebrunnen (Fontana dei Fiumi). Er gilt als überhöhte Anspielung auf die Hegemonie des Auftraggebers und seiner Dynastie. Die Flußgötter Nil, Ganges, Donau und Rio de la Plata säumen einen Felsenturm, der vom Wasserbecken emporragt. Darauf setzte er einen antiken Obelisken.
|
|
|
|
| Die Piazza Navona ist um 1650 der Schauplatz eines erbitterten Wettkampfes zweier Architekten: der schweizer Borromini und der neapolitaner Bernini. Sie ringten um jeden päpstlichen Auftrag und scheuten keine miese Tricks, um die Aufmerksamkeit des Geldgebers zu erwecken. Der Verlierer, Borromini, nahm sich 1667 das Leben. |
|
Francesco Borromini war um 1630 Berninis Assistent bei den Arbeiten für Urban VIII. Barberini. Als der Papst 1644 starb, kam Borromini in die Gunst des neuen Pamphilj-Papstes Innozenz X. Gian Lorenzo Bernini fiel in eine schlimme Depression. Er rehabilitierte sich 1674 bei Innozenz X. mit einem gelungenen Silbermodell des Vierströmebrunnens. |
|
| Die Piazza Navona diente bis ins 18.Jhdt. als Bühne für große Aufführungen, die aus Anlaß der verschiedenen Feste, Zerimonien oder Jahrestage veranstaltet wurden. Der Platz wurde auch geflutet und es wurden historische Naumachien (Seeschlachten) nachgestellt. |
|
|
|
|
Gian Lorenzo Bernini war auch Theatermacher, Produzent und Schauspieler. Er revolutionierte durch seine Bühnenbilder und Stücke die Idee des barocken Theaters und der Theatralik. Hier ein Zitat aus Hermann Bauers "Barock" (1992, S.239): |
|
"Berühmt wurde auch 'Berninis Überschwemmung des Tibers' von 1638. Nachdem ein Jahr vorher der Tiber weit über die Ufer getreten war, gab das in der Folge auch den Stoff für das Theater ab. Boote schwammen da auf echtem Wasser, das schließlich auf die Zuschauer zuschwappte und erst im letzten Augenblick zurückgehalten wurde, Häuser stürzten in den Wassern ein und bedrohtend krachend die Zuschauer. Das Ganze trug viel zum Ruhme Berninis bei (...)" |
| Die Piazza Navona | ||
|
|
|
| Piazza Navona (heute) | Piazza Navona (Gemälde von G.P.Panini) | Piazza Navona (Gemälde von Vanvitelli) |
Zurück zu 'römischen Impressionen' Zu den Stadtrundgängen |
|
| Menü | Leistungen | Über uns | Kontakt | Kultur | Links | Kompass | Newsletter |
| RomaCulta © online since A.D. MMI ("MMDCCLIV") |
| URL: http://www.romaculta.it e-mail: info@romaculta.it |