Autor dieser Site: Paul Schwartz ©
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Das römisch-antike Baumaterial

Bruchstück eines Ziegels

Von römischen Häusern kann man heute nur noch Ruinen sehen, wie zum Beispiel in Ostia Antica bei Rom. Diese Häuser waren mit Ziegeln gedeckt. Ich kann das Bruchstück eines gestrichenen, flachen Ziegels von einer Ausgrabung aus Hertingen zeigen.

römischer Dachziegel
Dachziegelverband (Rekonstruktion)

Außerdem habe ich die eine Hälfte eines Ziegels gefunden (rechts im Bild), der der Länge nach durchgebrochen ist. Damit man sich vorstellen kann, wie solche Ziegel verlegt waren, habe ich einmal ein Schema aufgemalt (links in der Rekonstruktion zu sehen).

Ziegelstück
Ziegelstück (Ton)

spätantikes Mosaik aus Santa Costanza (Detail)

Mosaiken waren ein wichtiger Bestandteil der Ausstattung römischer Villen. Die ersten Mosaiken in Mesopotamien im 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. bestanden aus schlanken Tonkegeln mit bemalten Enden. Diese wurden in Lehm eingedrückt und ergaben eine dekorative und schützende Wandbeschichtung mit geometrischen Mustern. In Griechenland waren vom Wasser polierte Kiesel für Bodenmosaiken verbreitet. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden die Kiesel weitgehend durch würfelförmige Tesserae ersetzt, die aus Stein, mitunter aus Glas geschnitten waren. Aufgrund ihrer glatteren Oberfläche wurden die Mosaiken nun unempfindlicher gegen Abnutzung. Aus den winzigen, eng zusammengefügten Würfelchen (genannt "Tessere") konnten immer detailliertere Muster geschaffen werden.
Die Römer übernahmen die Mosaiktechnik von den Griechen und entwickelten einen eigenständigen Stil, der in Privathäusern im gesamten Römischen Reich verbreitet war. Unter den frühesten Mosaiken in Pompeji finden sich farbige Szenen aus dem späten 2. und frühen 1. Jahrhundert v. Chr.

Einzelne schwarze und weiße Steine aus einem zerstörten Mosaik
Mosaik aus Santa Costanza (Detail)

Schlösser: Als Schutz vor Dieben kannten die Römer schon abschließbare Schlösser. Schlösser gab es schon seit etwa 5000 v. Chr., sie waren vermutlich aus Holz, wie bei den Ägyptern. Vom Prinzip her war das ägyptische Schloss ein Riegel mit mehreren Sicherungsbolzen, die man mit dem passenden Schlüssel anheben konnte. Nach der Entdeckung der Metallverarbeitung führten die Hethiter Schlüssel aus Metall ein. Der Riegel blieb aber in der Regel noch aus Holz. Die nächste Entwicklung war das Lakonische Schloss, benannt nach seinem Fundort in Griechenland. Bei diesem griff der Schlüssel in passende Vertiefungen auf dem Riegel um ihn zu bewegen. Die Schlüssel waren so groß, dass sie häufig über der Schulter getragen werden mussten und sogar als Schlagwaffe verwendet werden konnten. Rekosntruktion eines Schlosses

Schubriegel und ein Schlüssel

Die Römer haben dann gegen 100 n. Chr. aus dem hethitischen Schloss die erste rein metallene Schlosskonstruktion entwickelt. Dabei wird der gewinkelte Schlüssel im Schloss gedreht, um in die entsprechenden Vertiefungen zu fassen und die Sperrstifte gegen eine Feder nach oben oder unten zu drücken. Dadurch wurde der Schubriegel freigegeben, sodass man ihn zur Seite schieben konnte. Schloss und Schlüssel waren aus Eisen oder Bronze gefertigt. Aus Bronze waren vor allem Fingerringe, in die der Bart des Schlüssels integriert war.

Einfacher Schubriegel und ein Schlüssel aus Eisen


Beleuchtung: Im antiken Rom verließ nach Sonnenuntergang fast niemand das Haus. Weil es keine Straßenbeleuchtung gab, war eine Stadt wie Rom dunkel und gefährlich. Auch wenn sie zu Hause sicher waren, blieben die Römer nach Sonnenuntergang nicht mehr lange auf. Sie verfügten nämlich nur über Kerzen aus Tierfett und wenige Lampen, die mit Olivenöl brannten. Beide gaben nur wenig Licht. Außerdem konnte durch sie in den überfüllten und engen Wohnblocks leicht Feuer ausgelöst werden. Schon seit etwa 25.000 v. Chr. gab es Steinschalen für Talg und Fett als Lichtspender. Daraus entwickelten sich in den Stadtkulturen Mesopotamiens einfache Öllampen aus Ton, die bereits eine separate Dochtöffnung aufwiesen. Die Lampen wurden aus Stein und Ton und später auch aus Metall hergestellt, der Docht bestand aus Hanf oder Flachs, als Brennmaterial wurde Öl oder Talg verwendet.

Eine sogenannte "insula", ein römisch-antikes Hochhaus für die einfachen Bürger.

Insula in Rom

antike Öllampe

Ab etwa 500 v. Chr., nach Erfindung der Töpferscheibe, wurden Öllampen in großen Serien in speziellen Manufakturen hergestellt. Hierzu wurde üblicherweise das Abformverfahren mittels zweier Modeln benutzt. Es wurden die Ober- und Unterseiten getrennt ausgeformt und anschließend mit Lehm verkittet. Während die hellenischen Lampen etwa gleich große Ober- und Unterteile besaßen, bestanden die römischen Lampen aus einem großen Unterteil, dem als Oberteil nur der Spiegel mit der kleinen Schulter aufgelegt wurde. Der Henkel wurde für sich hergestellt und dann angesetzt. Vom dritten Jahrhundert ab wurde bei den Lampen mit Knubbengriff der Henkel mitgeformt, wodurch das Verfahren wesentlich vereinfacht wurde.

Öllampe aus Ton mit Knubbengriff und zwei Löchern zum Aufhängen, mit Darstellung eines Löwen


Aus Ton waren auch die Gefäße, die im Haushalt und im Handel üblicherweise benutzt wurden. Natürlich konnten die aber auch leicht zerbrechen, sodass ich in meiner Sammlung nur das Bruchstück der Unterkante eines runden Gefäßes zeigen kann. Tongefäß
Bruchstück der Unterkante eines runden Gefäßes

antikes Glas

Glas: Nur Reiche konnten sich einst Glaswaren leisten, die von Handwerkern langsam und behutsam in einem aufwändigen Verfahren hergestellt wurden. Glasgefäße sind nicht vor 1500 v. Chr. nachgewiesen. Die meisten Glaserzeugnisse aus der vorrömischen Zeit wurden gefertigt, indem das Glas um einen Kern herum gelegt wurde, der dann nach dem Erhärten des Glases entfernt werden musste. Diese Sandkerntechnik ließ sich nur für kleinere Gefäße anwenden, wie Väschen und Behälter für Kosmetika.
Die zukunftweisende Entdeckung der Glasbläserei wurde im 1. Jahrhundert v. Chr. in der phönizischen Küstenstadt Sidon gemacht. Von dort gelangte im 1. Jahrhundert n. Chr. die Technik der Glasbearbeitung nach Rom und verdrängte allmählich die alten Techniken. Das Glasblasen ermöglichte die Herstellung großer Stückzahlen und machte aus dem Luxusartikel ein alltägliches Material, das für Fensterscheiben, Trinkgefäße und Behälter aller Art verwendet wurde.
Geblasenes Glas erhielt Gestalt und Muster in Teil- und Ganzformen. Manche der römischen Glasobjekte tragen ein aufwändiges Dekor. Häufig sind sie mit religiösen und historischen Szenen bemalt. Die meisten heute bekannten Glaskunst-Techniken wurden von römischen Handwerkern erfunden. Diese Handwerkskunst wird noch heute gepflegt. So ist Venedig (Murano) berühmt für seine Glaswaren.

Kleines Glasgefäß


Bronze: Bronze ist eine Legierung von Kupfer mit Zinn. Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurden aus Bronze Werkzeuge, Waffen, Münzen und Kunstgegenstände hergestellt. Auch in Rom war dieses harte und nicht rostende Material noch sehr beliebt. Ich kann aus meiner Sammlung zwei Ziernägel und einige Beschläge oder Schnallen zeigen.

antike Nägel
Zierschnallen
Nägel

 
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Autor: Paul Schwartz (Hamburg - D)  - hosted by RomaCulta, ars visitandi
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