Search
   
Leistungen  Stadtführungen in Rom  ein Beispiel:   Barockdecken
Canuti, Palazzo altieri, Det.

Eine der erstaunlichsten Ausdrucksformen der römischen Barockmalerei sind die illusionistischen Deckenfresken der gegenreformatorischen Kirchen und der privaten Familienpaläste.

Zwischen 1600 und 1750 gab es in Rom verschiedene, untereinander konkurrierende Malerwerkstätte die diese prunkvolle Kunstgattung bis zu den äußeren Gestaltungsgrenzen brachten.

Ihre Hauptleistung bestand in der Aufhebung der physischen Gesetze. Der geschlossene Raum sollte durch malerische Mittel nach oben hin illusionistisch gesprengt werden, um mit der göttlichen Erhabenheit in extatischer Verbindung zu treten.

Man muss kein Experte sein, um die Grundlinien dieser einhundertjährigen Stilentwicklung zu erkennen: man muss das Verhältnis des Dargestellten mit der Wandfläche messen. Casino Ludovisi, Decke, Detail
Je zurückgehaltener das Bildthema, desto früher fällt die Ausführungszeit. Wenn hingegen das Dargestellte von der Decke einzufallen scheint, handelt es sich um einen späten Meister. Diese sinnestäuschenden Visionen erregten schon vor 300 Jahren Aufsehen, Staunen und Begeisterung.

RomaCulta zeigt den richtigen Zugang:
Sixtinische Kapelle, Decke

Am Anfang der Entwicklung steht das Gewölbe der Sixtinische Kappelle von Michelangelo (1508-1512). Erstmals wird seit der Antike wieder mit den physischen Raumgrenzen "gespielt".

Die Decke ist in geometrischen Feldern unterteilt, die Figuren sind dem Rahmenwerk untergeordnet. Der Künstler brauchte für die Ausmalung vier Jahre.

    Detailaufnahmen siehe hier.

Als nächste Entwicklungsstufe steht die Decke im Palazzo Farnese, um 1600 von den Brüdern Carracci aus Bologna freskiert. Der Gedanke der Sixtinischen Decke wird aufgenommen und weiterentwickelt. Die frühbarocke Neuerung besteht in den monumentalen Scheingemälden, die an der Decke "abhängen" und im fiktiven Durchbruch der Mauersubstanz an den Ecken. "alt" hingegen ist die axialsymmetrische Gestaltung, die eine klare Lesbarkeit ermöglicht.

Palazzo Farnese, Decke
Palazzo Barberini, Decke

Das Deckenfresko des Palazzo Barberini entstand zwischen 1633 und 1639 von der Hand des Pietro da Cortona.

Das Werk verbildlicht die barocke Apotheose der päpstlichen Familie. Die allegorischen Figuren "fallen" vom Himmel durch ein Scheingebälk herab. Ein neues Gestaltungskriterium beginnt an Boden zu gewinnen: die atemberaubende Dynamik, die hier erstmals anklingt.

Das Deckenfresko in der Jesuitenkirche "Il Gesù" zeigt den Triumph des Namens Jesu. Der Freskant war Gaulli -genannt "Il Baciccia", der von 1674 bis 1679 am Werk war.

Es handelt sich hier um eine Übersteigerung Cortonas Gedanke. Die Dynamik wird aber bis zum höchsten Grad übertrieben, die Figuren scheinen von der Deckenöffnung herabzustürzen. Ein meisterhaftes Beispiel von gelungener Zusammenarbeit der Stukkateure und der Freskanten.

Il Gesù, Decke
Sant'Ignazio, Decke

Das monumentale Deckenfresko in Sant'Ignazio di Loyola wurde vom Frater Andrea Pozzo zwischen 1691 und 1694 ausgeführt. Mit unendlichem Erfindungsreichtum negiert der Maler die Grenzen zwischen realem Kirchenraum und der gemalten Himmelszone. Pozzo selbst hat durch eine Marmorplatte im Zentrum der Kirche den Standpunkt angegeben, den der Betrachter einnehmen muss, wenn er den idealen Blickwinkel wahrnehmen will.

    Zweites Beispiel (die Via Sacra)
    Zurück zu den Kulturführungen

Menü  |   Leistungen  |   Über uns  |   Kontakt  |   Kultur  |   Links  |   Kompass  |   Newsletter

RomaCulta © online since A.D. MMI  ("MMDCCLIV")
URL: http://www.romaculta.it   e-mail: info@romaculta.it